Beiträge des anthroposophischen Sozialwesens für inklusive Gemeinwesen

Beiträge für inklusive Gemeinwesen gesucht!

Das BaSiG-Projekt erforscht, entwickelt und ermöglicht Beiträge des anthroposophischen Sozialwesens für inklusive Gemeinwesen (BaSiG).

Am Projekt interessierte Dorf- und Lebensgemeinschaften (LebensOrte), Menschen mit Assistenzbedarf und lokale Akteure im kommunalen Sozialraum gestalten gemeinsam innovative Inklusionsprojekte, um Haltungen, Lebenslagen und Lebenspraxis in Richtung einer inklusiven, nachhaltigen und achtsamen Gesellschaft zu verändern.

Die Befähigung von Menschen mit Assistenzbedarf zur Verwirklichung ihrer Chancen macht sie zu Gründern und Lehrern neuer sozialer Formen. Ziel ist soziale Inklusion als gesellschaftlicher Wandlungsprozess auf allen Gesellschaftsebenen.

Um diese Wirkungen entfalten zu können, bedarf es spezieller Kompetenzen und Werkzeuge, die im BaSiG-Projekt vermittelt und angewendet werden. Von den Erfahrungen und Aktivitäten von Menschen mit Assistenzbedarf und Menschen ohne Assistenzbedarf des Sozialraums ausgehend, werden die Maßnahmen durch teilhabeorientierte Aktionsforschung entwickelt. So wird mit den Beteiligten und nicht über sie geforscht:

  1. Aktionsforschung (Feldtheorie, Kurt Lewin), mittels derer Beispielprojekte ihre eigenen Lernprozesse in Richtung auf inklusive Gemeinwesen erforschen und entwickeln.
  2. Theorie U (soziale Innovations-Methode, Otto Scharmer) wird weltweit in Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen erfolgreich eingesetzt. Sie befähigt, Akteure unterschiedlicher Perspektiven und Subkulturen zu erreichen, in transformative Prozesse einzubinden und gemeinsam handlungsfähig zu machen.
  3. Gross National Happiness (GNH) dient als Rahmenkonzept für ein ganzheitliches gesellschaftliches Entwicklungsmodell, das den Fokus inklusiver Gemeinwesen von monetärem Wachstum zu kultureller, rechtlicher, sozialer, gesundheitlicher und ökologischer Entfaltung erweitert.

Die Beispielprojekte entwickeln im Projektverlauf aus dem GNH-Konzept eigene Indikatoren und ein soziales Verfahren, dass es ihnen ermöglicht, den Fortschritt der Inklusion in den Gemeinwesen, in denen ihr Projekt stattfindet, zu reflektieren, zu fördern und zu steuern (Navigationsinstrument Entwicklung inklusiver Gemeinwesen).

Der BaSiG-Projektpartner Eurasia Learning Institute (ELI) bringt Anwendungserfahrungen bzgl. dieser Methoden und Ansätze mit, die im Laufe des Projektes auf die beteiligten Akteure übergehen und so im gesamten anthroposophischen Sozialwesen & in den beteiligten Sozialräumen verfügbar werden.

Besonderer Fokus liegt dabei auf 10-12 Beispielprojekten. Je Ort werden 3-5 Menschen mit Assistenzbedarf (insgesamt 30-60) eine Weiterbildung zum Inklusions-Peerberater und je 2 Mitarbeitende (insgesamt 20-24) der LebensOrte eine Weiterbildung zum Inklusions-Koordinator besuchen.

Nach einem Aufruf liegen aktuell Interessenbekundungen von 28 LebensOrten vor, in denen etwa 2.500 Menschen mit Assistenzbedarf begleitet werden, die sich als Praxispartner an dem Projekt beteiligen möchten (von insgesamt 86 LebensOrten im Anthropoi Bundesverband mit ca. 6.400 Menschen mit Assistenzbedarf). Diese wollen konkrete Projekte, wie inklusive kulturelle Angebote, inklusive Restaurants, Läden, Wohnangebote für unterschiedliche Personengruppen (Menschen mit und ohne Assistenzbedarf) oder inklusive Quartiere, z.B. im Umfeld einer Universität, beispielhaft mit Unterstützung von Anthropoi Bundesverband verwirklichen, immer verbunden mit dem Ziel, Kultur und Teilhabequalität inklusiver kommunaler Sozialräume zu verbessern.

Aufgrund der angestrebten Transformation der LebensOrte von Einrichtungen der Behindertenhilfe zu Mitgestaltern inklusiver Gemeinwesen kann das BaSiG-Projekt auch als Entwicklungsprojekt des Bundesverbandes und seiner Mitgliedsorganisationen betrachtet werden. Es knüpft damit an den Ergebnissen der Mitgliederbefragung aus dem Jahr 2016 „Perspektiven 2030 – Vorschläge zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit im Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V.“ an.

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