Hintergründe & Projektrahmen

Ansätze, Methoden und Ziele des BaSiG-Projekts

Das BaSiG-Projekt erforscht, entwickelt und ermöglicht Beiträge des anthroposophischen Sozialwesens für inklusive Gemeinwesen (BaSiG).

16 Dorf- und Lebensgemeinschaften (LebensOrte) als Modellprojekte bzw. BaSiG-Beispielorte führen Menschen mit Assistenzbedarf und lokale Akteur*innen im kommunalen Sozialraum zusammen und gestalten gemeinsam innovative Inklusionsprojekte. Ziel ist es, Haltungen, Lebenslagen und Lebenspraxis in Richtung einer inklusiven, nachhaltigen und achtsamen Gesellschaft zu verändern.

Die Befähigung von Menschen mit Assistenzbedarf zur Verwirklichung ihrer Chancen macht sie zu Gründer*innen und Lehrer*innen neuer sozialer Formen. Ziel ist soziale Inklusion als gesellschaftlicher Wandlungsprozess auf allen Gesellschaftsebenen.

Um diese Wirkungen entfalten zu können, bedarf es spezieller Kompetenzen und Werkzeuge, die im BaSiG-Projekt vermittelt und angewendet werden. Von den Erfahrungen und Aktivitäten von Menschen mit Assistenzbedarf und Menschen ohne Assistenzbedarf des Sozialraums ausgehend, werden die Maßnahmen durch teilhabeorientierte Aktionsforschung entwickelt. So wird mit den Beteiligten und nicht über sie geforscht:

  1. Aktionsforschung (Feldtheorie, Kurt Lewin), mittels derer Beispielorte ihre eigenen Lernprozesse in Richtung auf inklusive Gemeinwesen erforschen und entwickeln.
  2. Theorie U (soziale Innovations-Methode, Otto Scharmer) wird weltweit in Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen erfolgreich eingesetzt. Sie befähigt dazu, Akteur*innen unterschiedlicher Perspektiven und Subkulturen zu erreichen, in transformative Prozesse einzubinden und gemeinsam handlungsfähig zu machen.
  3. Gross National Happiness (GNH) dient als Rahmenkonzept für ein ganzheitliches gesellschaftliches Entwicklungsmodell, das den Fokus inklusiver Gemeinwesen von monetärem Wachstum zu kultureller, rechtlicher, sozialer, gesundheitlicher und ökologischer Entfaltung erweitert.

Die Beispielorte entwickeln im Projektverlauf aus dem GNH-Konzept eigene Indikatoren und ein soziales Verfahren, das es ihnen ermöglicht, den Fortschritt der Inklusion in den Gemeinwesen, in denen ihr Projekt stattfindet, zu reflektieren, zu fördern und zu steuern (Navigationsinstrument Entwicklung inklusiver Gemeinwesen).

Der BaSiG-Projektpartner Eurasia Learning Institute for Happiness and Wellbeing (ELI) bringt Anwendungserfahrungen bzgl. dieser Methoden und Ansätze mit, die im Laufe des Projektes auf die beteiligten Akteur*innen übergehen und so im gesamten anthroposophischen Sozialwesen und in den beteiligten Sozialräumen verfügbar werden.

Besonderer Fokus liegt dabei auf den 16 Beispielorten. Je Ort werden 3-5 Menschen mit Assistenzbedarf (insgesamt 30-60) und je 2 Mitarbeitende (insgesamt 20-24) eine Weiterbildung zu 'Mitgestalter*innen für inklusive Gemeinwesen' besuchen.

Die Beispielorte wollen konkrete Projekte, wie inklusive kulturelle Angebote, inklusive Restaurants, Läden oder Wohnangebote für unterschiedliche Personengruppen (Menschen mit und ohne Assistenzbedarf) beispielhaft mit Unterstützung von Anthropoi Bundesverband verwirklichen, immer verbunden mit dem Ziel, Kultur und Teilhabequalität inklusiver kommunaler Sozialräume zu verbessern.

Aufgrund der angestrebten Transformation der LebensOrte von Einrichtungen der Behindertenhilfe zu Mitgestalter*innen inklusiver Gemeinwesen, kann das BaSiG-Projekt auch als Entwicklungsprojekt des Bundesverbandes und seiner Mitgliedsorganisationen betrachtet werden. Es knüpft damit an den Ergebnissen der Mitgliederbefragung aus dem Jahr 2016 „Perspektiven 2030 – Vorschläge zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit im Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V.“ an.


                  

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