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Europäische Gemeinschaft

Zwolle/Niederlande Mai 2018      Wenn sich Gabriella D. aus Italien, Inken F. aus den Niederlanden, Christiane D. aus Deutschland, und Georgi A. aus Bulgarien, insgesamt fast 50 Menschen, in Zwolle/Niederlande an einen Tisch in der landwirtschaftlichen Berufsschule "Groene Welle" setzen, um gemeinsam den "Coaching Circle", ein Problemlösungsverfahren, auszuprobieren und danach verschiedene "Care Farms" in den Niederlanden besuchen, kann man davon ausgehen, dass man sich in einem europäischen (Erasmus+ Lern-)Projekt befindet. In diesem Fall handelt es sich um PROFARM - professional and personal empowerment in social farming (www.profarmproject.eu), bei dem Anthropoi Bundesverband und Petrarca die deutschen Partner sind.
Dieses Treffen diente der Vorstellung der bis dahin im Projekt entwickelten Prozesse und Verfahren, vor einer Gruppe sog. Peers, d.h. unabhängiger Fachleute, die eingeladen waren, Einschätzungen und Bewertungen für die Projektaktivitäten und -ergebnisse zu geben. Das dreijährige Projekt befindet sich im Endspurt und aktuell werden in den beteiligten Ländern gerade in einer "experimentation phase" je 10 junge Menschen mit Assistenzbedarf in einer Bildungsmaßnahme begleitet. Die BegleiterInnen, die sog. "Case Manager", haben die Aufgabe, die jungen Leute auf ihrem jeweils individuellen Lebens- und Bildungsbiografie im Bereich der Landwirtschaft bzw. grüner Berufe zu begleiten.

Die Case Manager-Funktion - in Deutschland in dieser Form jedenfalls im Bereich der Sozialen Landwirtschaft so nicht verbreitet -, die aus der Kenntnis des Sozial- und Bildungssystems heraus, junge Menschen bei der Suche nach individuell passenden Entwicklungspfaden begleiten soll, wird in diesem Projekt im Vergleich der drei beteiligten Länder erprobt. Während Italien gerade dabei ist, Strukturen und berufliche Wege für junge Menschen mit Assistenzbedarf im Sozialsystem neu aufzubauen, gibt es Deutschland und den Niederlanden etablierte Strukturen und so ist es interessant, im Vergleich zu sehen, was auf der einen Seite fehlt, und auf der anderen Seite geöffnet werden sollte.

Wenn sich Gabriella, Inken, Christiane und Georgi zum Projektende im November 2018 wieder treffen, wird das in Umbrien/Italien sein und das Projekt wird neben den Konzepten für die Arbeit von Case Managern dann auch Empfehlungen für die Politik zum Umgang mit Social Farming entwickelt haben.

Mai 2018
Gerhard Herz ist Projektmitarbeiter für Anthropoi Bundesverband.

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